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Es gelten die Allgemeinen Regeln für Poolbillard. Doch im einzelnen unterscheiden sich die Spiele in den Details, Taktiken und Handhabung bei Fouls.
8 Ball
Ziel des Spiels ist es, seine Gruppe von Kugeln, halbe (gestreifte) oder volle, zu versenken und anschließend die schwarze 8. Im Gegensatz zu den weitverbreiteten „Wirtshausregeln“ wird die Gruppe nicht durch den ersten Ball bestimmt, der unter Umständen schon beim Anstoß fällt, sondern durch den ersten korrekt (also auch angesagten) versenkten Ball nach dem Anstoß. Das versenken einer Kugel beim Anstoß bedeutet lediglich, dass der anstoßende Spieler weiterhin am Tisch bleibt.
8 Ball ist ein Ansagespiel. Das bedeutet, man muss, wenn es nicht offensichtlich ist, vorher ansagen, welche Kugel in welches Loch gespielt wird. Banker oder Kombinationen sind niemals offensichtlich. Die 8 darf nicht in einem Stoß mit einer farbigen versenkt werden, das Spiel ist dann verloren. Entgegen einem weitverbreiteten Irrtum muss die 8 am Ende auch mit Ansage in ein Loch versenkt werden, nicht in das Loch, das dem zuletzt Getroffenen gegenüber liegt.
Wenn der Gegner ein Foul begeht, hat man grundsätzlich "Ball in Hand" am ganzen Tisch, d.h. man darf die weiße Kugel an eine beliebige Stelle des Tisches legen und von dort aus in eine beliebige Richtung weiterspielen. Ausnahme bildet lediglich der Anstoß. Wird beim Anstoß ein Foul begangen, hat der andere Spieler „Ball in Hand“ im Kopffeld und darf auch nur Bälle außerhalb des Kopffelds anspielen.
Ein Foul liegt vor, wenn:
* die weiße Kugel versenkt wird * die weiße Kugel überhaupt keine andere Kugel berührt * die weiße Kugel zuerst auf eine Kugel der gegnerischen Farbgruppe trifft (oder auf die schwarze 8 solange noch eigene Kugeln übrig sind) * die weiße Kugel eine Kugel der eigenen Farbgruppe trifft und nach dem aufeinandertreffen keine Kugel eine Bande anläuft oder versenkt wird * eine Kugel vom Tisch fällt * das Queue eine farbige Kugel berührt * der Spieler mit dem Körper oder mit der Kleidung eine Kugel berührt
Kein Foul liegt vor:
* wenn der Spieler eine Kugel des Gegners versenkt, aber dabei vorher eine Kugel der eigenen Farbgruppe angespielt hat, die Aufnahme ist lediglich beendet und der andere Spieler ist am Zug. Keine Lageverbesserung der weißen Kugel! * wenn die eigene angesagte Kugel angespielt und versenkt wird, und hierbeieine oder mehrere Kugeln der gegnerischen Farbgruppe mitversenkt werden. Der Spieler bleibt in diesem Fall weiterhin am Tisch und darf weiterspielen.
Liegt die weiße Kugel press an der Bande, so darf diese nicht von der Bande weggelegt werden. Wenn Bälle vom Tisch springen, werden diese nicht wieder aufgesetzt und ein Foul wird gegeben. Ausnahme bildet die schwarze Kugel beim Spielbeginn. Wenn diese gelocht wird oder vom Tisch springt, wird sie wieder aufgesetzt und der Gegner kann weiterspielen oder überlegen ob er neu aufbauen lässt. Alternativ kann der Gegner auch einen Neuaufbau der Kugeln verlangen. Wenn der Aufsetzpunkt (die Spitze des Dreiecks) durch eine andere Kugel blockiert wird, dann ist die Kugel auf der kürzesten Linie vom Fußpunkt zur kurzen Bande so nahe wie möglich am Fußpunkt einzusetzen.
Spezialfall Pattsituation: Wenn maximal zwei farbige Bälle und die 8 auf dem Tisch liegen, aber kein Spieler versucht, das Spiel zu gewinnen, dann kann nach einer bestimmten Anzahl von Stößen (in der Regel von jedem drei) das Spiel als unentschieden gewertet werden, oder es wird neu begonnen. Es beginnt wieder derjenige, der diese Partie begonnen hat. Aus taktischen Gründen kann es vorkommen, dass man nicht versucht, seine Kugeln zu senken, weil es zu schwer ist oder weil man vielleicht lösen muss. In diesem Fall geht man auf Nummer sicher und riskiert nichts. Dies geschieht aber selten.
Gute Spieler teilen den Tisch in Zonen ein und spielen dann die Kugeln von Zone zu Zone weg, wenn dies vom Stellungsspiel her gelingt. Gefährlich wird es meistens, wenn man alle seine Kugeln weggespielt hat, aber die 8 liegenlässt. Jetzt stehen nicht mehr viele Kugeln im Weg, und der Gegner kann seine Kugeln gut spielen. Außerdem ist das Safespiel dann auch einfacher, weil er ja nur noch auf eine Kugel zu safen braucht.
9 Ball
9 Ball ist das auf Turnieren am meisten gespielte Spiel. Es hat einfache Regeln und ist ein schnelles Spiel. Selbst wenn viel Safe gespielt wird, dauert eine 9 Ball-Partie allgemein nicht lange. Gespielt wird mit den Kugeln 1 bis 9, also allen „Vollen“ und der gestreiften 9. Die Kugeln werden in einem Rhombus aufgebaut, wobei die 1 vorne liegen muss und die 9 in der Mitte.
Bei jedem Stoß muss mit der weißen Kugel zuerst die Kugel mit der niedrigsten Zahl getroffen werden. Es ist aber erlaubt, dass durch eine Kombination eine andere Kugel versenkt wird. Es muss keine Kugel angesagt werden. Wer mit einem korrekten Stoß die 9 versenkt, gewinnt. Fällt die 9 bei einem nicht korrekten Stoß, so wird diese auf dem Fußpunkt aufgebaut, man darf dann mit dem Ball in der Hand die Weiße auf eine beliebige Stelle legen und anschließend den Ball spielen.
Spielt ein Spieler in einer Partie drei Fouls aufeinanderfolgend, so verliert derjenige diese Partie.
Das Stellungsspiel ist wichtig, um den weiteren Spielverlauf zu bestimmen. Fehler auf den letzten drei Kugeln bedeuten oft schon den Verlust eines Spiels. 9 Ball ist ein Spiel, in dem man sich kaum Fehler erlauben darf, da man sonst selten wieder eine gute Chance bekommt. Oft wird auf Turnieren mit Wechselbreak gespielt, damit Spitzenspieler nicht mehrere Partien vom Break an bestimmen. Wechselbreak bedeutet, dass man unabhängig davon, ob man eine Partie gewinnt oder verliert, immer im Wechsel anstößt.
Beim 9 Ball-Spiel hat das Break eine enorme Bedeutung, wenn man eine Kugel versenkt. In diesem Fall kann man weiterspielen und eventuell auch alle Kugeln wegschießen. Das 9 Ball-Break ist, wenn auch nur zum Teil, beherrschbar. Topspieler beherrschen es so gut, dass sie eigentlich immer einen Vorteil von ihrem Break haben.
14 und 1 endlos
Sie ist die Königsdisziplin unter den Poolbillardvarianten. Es handelt sich um ein Punktespiel, bei dem es darum geht, eine bestimmte Punktzahl zu erreichen. Diese Punktzahl kann unterschiedlich sein, beträgt aber bei offiziellen Wettbewerben meist 150. Für jede korrekt versenkte Kugel bekommt man einen Punkt, für ein Foul bekommt man 1 Punkt abgezogen. Negative Punkte sind möglich. Der Name 14 und 1 endlos kommt daher, dass man alle Kugeln bis auf eine versenkt. Diese bleibt übrig. Nachdem alle Kugeln bis auf diese versenkt wurden, bleibt die Weiße, wo sie ist, das Rack wird wieder aufgebaut, und man darf weiterspielen. Diese letzte Kugel sollte so liegen, dass man anschließend diese versenken, gleichzeitig das Rack lösen und danach weiterspielen kann.
14 und 1 ist ebenfalls ein Ansagespiel. Es ist taktisch das schwerste Spiel, weil man nicht nur gut senken, sondern auch auf engem Raum Stellung spielen und viele problematische Kugel-Situationen „lösen“ muss. Breaken ist immer gefährlich, da man oft ein offenes Bild hinterlässt, wenn man seine Breakkugel nicht versenkt. Wenn der Gegner dann an den Tisch kommt, hat er oft eine Fortsetzung. Bei dieser Variante werden alle Fähigkeiten abverlangt, und man muss, um dieses Spiel wirklich zu beherrschen, viel Erfahrung und viel Übung haben. Eine Breaksituation ist nicht zu berechnen, man kann nur in etwa sagen, wo die Weiße am besten hin soll, um nach Möglichkeit eine Fortsetzung zu haben, aber das kann genauso gut schiefgehen. Anfänger sind mit diesem Spiel oft überfordert, weil man mit zu vielen Situationen konfrontiert wird. So passiert es häufig, dass man dann Bälle verschießt, die man im 8 oder 9 Ball ziemlich sicher versenkt hätte. Um für dieses Spiel zu trainieren, besorgt man sich am besten ein gutes Billardbuch und versucht, diese Situationen wieder und immer wieder durchzuspielen. Spitzenspieler kommen nicht selten auf 100 Kugeln pro Aufnahme.
IX. 10-Ball
Die Disziplin 10–Ball ist zurzeit nicht Bestandteil des Sportprogramms der Deutschen Billard Union.
(1) 10-Ball wird neben der Spielkugel mit den zehn Objektkugeln gespielt, die mit den Nummern 1-10 versehen sind.
(2) 10-Ball ist ein Ansagespiel.
(3) Die Objektkugeln sind in ihrer aufsteigenden numerischen Reihenfolge anzuspielen bzw. zu versenken. Wir die „10“ bei einem korrekten Anstoß versenkt, so wird sie wieder aufgebaut und der anstoßende Spieler verbleibt an der Aufnahme.
9.1 Entscheidung über den Anstoß
(1) Der Spieler, der das Ausstoßen gewonnen hat, bestimmt, wer den ersten Anstoß ausführen muss.
(2) Der Standard beim 10-Ball ist „Wechselbreak“. Das Anstoßrecht wechselt bei jedem neuen Spiel. In den Regularien unter Punkt 15 werden jedoch Alternativen hierfür aufgezeigt.
9.2 Der Aufbau beim 10-Ball
(Mit Ausnahme der 1 und 10 ist dieser Aufbau ein Beispiel und gilt nicht als Standard.)
(1) Die Objektkugeln werden so eng aneinander wie möglich in der Form eines Dreiecks aufgebaut, wobei die 1 an der vorderen Spitze und die 10 in der Mitte des Dreiecks platziert wird.
(2) Die 1 liegt auf dem Fußpunkt.
(3) Alle anderen Objektkugeln werden nach dem Zufallsprinzip aufgebaut. Es darf keinem absichtlichen Muster gefolgt werden
9.3 Korrekter Anstoß
(1) Folgende Regeln gelten für den Anstoß:
a) Die Spielkugel wird aus dem Kopffeld gespielt.
b) Es muss zuerst die 1 angespielt werden.
c) Falls keine Kugel versenkt wird, müssen mindestens vier Objektkugeln an eine oder mehrere Banden laufen, oder der Stoß gilt als Foul.
9.4 Zweiter Stoß des Spiels – „Push Out“
(1) Ist ein korrekter Anstoß gespielt worden, kann der nun aufnahmeberechtigte Spieler entscheiden, ein „Push Out“ zu spielen. Er muss diese Absicht dem Schiedsrichter mitteilen.
(2) Während eines „Push Out“ entfallen die Regeln „6.2 Falsche Objektkugel” und „6.3 keine Bande nach der Karambolage“ für diesen Stoß.
(3) Ist ein „Push Out“ regelkonform gespielt worden, kann der nun aufnahmeberechtigte Spieler den Tisch übernehmen und weiterspielen oder die Aufnahme zurückgeben.
(4) Wird die Aufnahme nach einem korrekt gespielten „Push Out“ zurückgegeben, muss der Spieler der das „Push Out“ gespielt hat, den Tisch unverändert übernehmen und weiterspielen.
9.5 Spiel mit Ansage
(1) Bei jedem Stoß mit Ausnahme des Anstoßes, müssen die Objektkugel und die Tasche angesagt werden.
(2) Die 10 kann zu jeder Zeit eines Spiels mit Ansage unter
den einschränkenden Bedingungen a) oder b) zum Spielgewinn versenkt werden:
a) die 10 ist die letzte noch im Spiel befindliche Objektkugel
b) die 10 wird in der Folge eines korrekten Kombinationsstoßes versenkt.
(3) Ein korrekter Kombinationsstoß liegt dann vor, wenn die numerisch niedrigste, noch im Spiel befindliche, Objektkugel zuerst angespielt wurde. Die in der Folge eines solchen Stoßes angesagte und versenkte Objektkugel gilt als korrekt versenkt.
(4) Alle Objektkugeln können mit einem Kombinationsstoß korrekt versenkt werden.
9.6 Sicherheitsspiel
(1) Ein aufnahmeberechtigter Spieler kann zu jeder Zeit eine „Sicherheit“ ansagen. Die korrekte Objektkugel muss zuerst angespielt und die Bedingungen für einen korrekten Stoß müssen erfüllt werden. Es darf keine Objektkugel versenkt werden. Die Aufnahmeberechtigung wechselt zum Gegner.
(2) Versenkt ein Spieler mit einem Sicherheitsstoß die angespielte Objektkugel, so hat der Gegner die Wahl, ob er den Tisch unverändert übernimmt und weiterspielt oder die Aufnahmeberechtigung zurück gibt.
9.7 Unkorrekt versenkte Objektkugeln
(1) Gelingt es einem Spieler nicht, die angesagte Objektkugel in die entsprechende Tasche zu versenken, sondern die nominierte Objektkugel fällt in eine andere Tasche oder andere Objektkugeln werden in der Folge des Stoßes versenkt, so endet die Aufnahme für diesen Spieler. Der nun aufnahmeberechtigte Gegner hat die Wahl, ob er den Tisch unverändert übernimmt und weiterspielt oder die Aufnahmeberechtigung zurück gibt.
9.8 Fortführung des Spiels
(1) Jede korrekt versenkte Objektkugel berechtigt einen Spieler seine Aufnahme fortzusetzen (außer 9.4 Zweiter Stoß des Spiels – „Push Out”).
(2) Alle zusätzlich versenkten Kugeln bleiben aus dem Spiel (außer die 10; siehe 4.6 (Wiedereinsetzen von Kugeln).
Der Spieler setzt seine Aufnahme fort.
(3) Der Spieler, der die 10 korrekt in eine angesagte Tasche versenkt (außer 9.4 Zweiter Stoß des Spiels – „Push Out”), gewinnt das Spiel.
(4) Versenkt ein Spieler keine angesagte Objektkugel oder begeht er ein Foul, ist seine Aufnahme beendet. Wurde kein Foul begangen, muss der nun aufnahmeberechtigte Gegner den Tisch unverändert übernehmen und weiterspielen.
9.9 Wiedereinsetzen von Objektkugeln
(1) Die 10 wird wieder eingesetzt (siehe 1.4 Wiedereinsetzen von Kugeln), sofern sie
a) wenn sie beim Anstoß versenkt wird
b) mit einem Foul versenkt wurde
c) mit einem „Push Out“ versenkt wurde
d) unbeabsichtigt in eine Tasche versenkt wurde
e) vom Tisch gesprungen ist.
(2) Keine andere Objektkugel wird wieder eingesetzt.
9.10 Standardfouls
(1) Begeht der an der Aufnahme befindliche Spieler ein Foul, wechselt die Aufnahme zum Gegner.
(2) Die Spielkugel ist dem Gegner in die Hand zu geben. Er darf sie überall auf dem Tisch platzieren (siehe 1.5 Lageverbesserung auf dem ganzen Tisch – Weiße „Ball in Hand“).
(3) Folgende Fouls sind Standardfouls in der Disziplin 10-Ball:
a) 6.1 Weiße fällt in eine Tasche oder springt vom Tisch
b) 6.2 Falsche Objektkugel - Die erste Objektkugel, die von der Spielkugel berührt wird, muss immer die Objektkugel mit der niedrigsten Nummer sein, die sich noch auf der Spielfläche befindet.
c) 6.3 Keine Bande nach der Karambolage
d) 6.4 Kein Fuß auf dem Boden
e) 6.5 Kugel, die vom Tisch springt - Die einzige Kugel, die wieder eingesetzt wird, wenn sie vom Tisch gesprungen ist, ist die 10.
f) 6.6 Berühren der Kugeln
g) 6.7 Durchstoß / Press liegende Kugeln
h) 6.8 Schieben der Spielkugel
i) 6.9 Sich noch bewegende Kugeln
j) 6.10 Falsches Positionieren der Spielkugel
k) 6.12 Queue auf dem Tisch
l) 6.13 Spielen ohne Aufnahmeberechtigung
m) 6.15 Zeitspiel
9.11 Schwerwiegende Fouls
(1) Die Strafe für drei Fouls gemäß Regel „6.14 Drei aufeinander folgende Fouls” ist der Verlust des Spiels, in dem die Strafe zu verhängen ist.
(2) Für ein Foul gemäß Regel „6.16 Unsportliches Verhalten” wird der Schiedsrichter, unter Berücksichtigung der besonderen Art des Fouls, eine angemessene Strafe verhängen.
9.12 Unentschieden
(1) Wertet der Schiedsrichter ein Spiel als „Unentschieden“, wird das Spiel neu begonnen.
(2) Der Spieler, der ursprünglich das als „Unentschieden“ gewertete Spiel angestoßen hat, muss wieder anstoßen (siehe 1.12 Unentschieden). |